Wenn der Berg ruft

In den letzten Monaten gab es viel zu tun. Weshalb für diese Baustelle hier nur selten mal ein paar Zeilen abfielen. Dafür fielen woanders beim Hobeln ordentlich Späne. Eines der Resultate kann man sich am Sonntag, dem 8. Januar, um 17.30 Uhr auf Deutschlandradio Kultur zu Gemüte führen, wo jede Woche die unerhört verdienstvolle Sendereihe Nachspiel läuft.

Mein Beitrag diesmal dreht sich um die Snowboard-Kultur und deren geschickte und profitable Vermarktung durch die Herstellerfirma Burton, die als Marktführer eine besondere Rolle in der Entwicklung spielt. Es gibt nicht nur Auszüge aus Interviews mit Firmengründer Jake Burton, den ich in der Firmenzentrale in Burlington/Vermont getroffen habe, und mit der Olympiasiegerin von 1998, Nicola Thost, zu hören. Im Rahmen der Recherchen stieß ich auf so etwas wie den selbst ernannten Historiker der Sportart, den ehemaligen Fotografen Scott Starr, der im kalifornischen Santa Barbara lebt und sich noch daran erinnert, wie Leute aus dem Surf-Milieu Das Trend-Brett (so der Titel der Sendung) entwickelten, um auf feinem Pulverschnee so etwas ähnliches hinzubekommen wie den Ritt auf den Wellen.

Anders als die Geschichte so vieler Sportarten im Olympischen Programm, die auf uralte Bewegungskonzepte und Fitnessgedanken zurückgehen, ist die des Snowboards ausgesprochen kurz. Vor 40 Jahren gab es noch nicht mal einen verbindlichen Namen für das Sportgerät. Trotzdem verwischen sich allmählich die Spuren und werden denn auch von Millionen von jungen Boardern kaum mehr wahr genommen. Nichts gegen die Dynamik, die von Leuten wie Jake Burton, aber auch den nachwachsenden Fahrern vor allem aus dem Skateboard-Milieu vorangetrieben wird. Aber wer weiß schon, dass die Sportart sehr viel einem ganz bestimmten James-Bond-Film verdankt und einem der Stuntmen in diesem Film obendrein? Und wer weiß, wie wichtig in der Entwicklung von Bretttechnologie und Bindungen das Feedback von erfolgreichen Fahrern war, die wo sie konnten, Kopf und Kragen riskierten?

Wie so oft: Selbst eine 30 Minuten lange Sendung kann die wichtigsten Informationen nur knapp anreißen und Lust darauf machen, sich ausführlicher mit der Materie zu beschäftigen. Und natürlich gab es mal wieder für ganz viele Gespräche mit kompetenten Menschen überhaupt keinen Platz in dieser Melange aus Zitaten und Geräuschen. Es lässt sich vorneweg einfach nie genau abschätzen, wieviel Material man braucht und wie man es am ökonomischsten besorgt. Und wie man es am Ende so zusammenfügt, dass es nicht übervoll und hektisch klingt.

Wie schon in den vorherigen Sendungen in der Reihe habe ich auch diesmal an ein paar Stellen Musik aus meinen Archivbeständen eingesetzt. Hier ist ein Vorgeschmack – die Musik zum Ausklang When You Push Me I Won’t Fall

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