First things first

Bei genauerem Nachdenken war 2013 ein Jahr mit ein paar Firsts, die für sich genommen gar nicht groß der Rede wert sind. Aber in einer kleinen zusammenfassenden Reminiszenz schon ein wenig reizvoller wirken. Also so wie der Besuch im Kino mit der neuen Gefährtin, und die Ex taucht ganz plötzlich auf der Leinwand auf. Wer rechnet mit so etwas? Ist tatsächlich passiert – einmal. Oder wie jener Moment, in dem man in sein Auto steigt, und im Radio läuft gerade ein Song, den man geschrieben hat. Auch das hat stattgefunden. Lang, lang ist’s her.

Ich gebe gerne zu, das sind banale Vorgänge. Mit dem Unterschied, dass sie so selten und so ungewöhnlich sind, dass man sich in dem Moment als superkleines Rädchen in dieser Extra-Ölung der Weltmedienmaschine so richtig aalen möchte. Ein derart besseres Gefühl, als das, was so viele Menschen im Angesicht von Prommis empfinden, wenn sie  in Ehrfurcht vergehen und um ein gemeinsames Foto oder ein Autogramm bitten. Es sind andere Augenblicke, die ich prickelnd finde. Solche wie diese Firsts von 2013:

• Meine erste knappe Würdigung eines Buches, die der Verlag auf den Buchrücken packte. Ein Blurb, wie man das hierzulande nennt. Der Roman von Jim Herety heißt On Anvil, ein lesenswerter Erstling.

• Meinen ersten Beitrag zur Hörbuch-Version eines tollen Romans: Schroders Schweigen von Amity Gaige.  Nachdem ich im Frühsommer die Gelegenheit hatte, sie in Amherst zu interviewen, wurden Auszüge aus dem Gespräch Huckepack auf eine der sechs CDs genommen. Ich stehe ja nicht besonders auf deutsche Übersetzungen von englischsprachiger Literatur. Aber diese ist hervorragend. Und die Vorleseleistung von Hans-Werner Meyer schlichtweg superb.

Ein First war auch, dass sich ein Leser des Berliner Sport-Blogs Textilvergehen danach erkundigt hat, was für einen Song man dort als Intro für den Podcast verwendet.

Aber bedeutend wichtiger: Ich habe 2013 den Zipfel einer Geschichte aus meiner Heimatstadt entdeckt, über die in der Zukunft noch zu berichten sein wird. Es geht um einen SS-Mann, um den Mord an mindestens 150.000 Juden und wie man nach dem Krieg in meinem Umfeld damit umging.

Es geht also weiter….

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